Spezialtherapien an der Privatklinik Aadorf

Mit speziellen therapeutischen Verfahren wie Bewegungstherapie, Ergotherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie Ausdrucksmeditation oder Nordic Walking lässt sich die Psychotherapie sinnvoll ergänzen. Spezialisierte Therapeuten lassen sich auf Symptome und Bedürfnisse der Patienten ein und berücksichtigen dabei stets die Voraussetzungen und Ziele des definierten Therapiekonzeptes.

  • Gestaltungstherapie
  • Kreativtherapie
  • Ergotherapie
  • Cogpack (kognitives Training am Computer)
  • Bewegungstherapie
  • Tanztherapie
  • Feldenkrais
  • Entspannungstherapie
  • Nordic Walking
  • Yoga
  • Hundetherapie

Die Gestaltungstherapie zielt darauf ab, dem Patienten mittels nonverbalem, freiem kreativem Ausdruck Einsicht in sein Erleben und Verhalten sowie Impulse für die Entwicklung bisher ungelebter Potentiale zu geben. Der Patient erlebt sich aktiv und handlungsfähig. Durch die Erkundung innerer Bilder und den damit verbundenen gestalterischen Ausdruck sowie die Interaktion in der Gruppe können bisher unbewusste Aspekte wie verinnerlichte Beziehungs- und Bewältigungsmuster, abgespaltene Aspekte der Persönlichkeit oder verdrängte Gefühle Form annehmen und sichtbar gemacht werden. Findet der Patient den Zugang zur Bildsprache und zu Symbolen, die eng mit der Emotionalität verbunden sind, gewinnt er häufig ein tieferes Verständnis seiner zugrundeliegenden Problematik. Unbewusstes wird sichtbar gemacht, bearbeitet und integriert. Durch eine anschliessende Reflexion trägt die Gestaltungstherapie zu einer vertieften Selbsterfahrung bei. In tiefenpsychologischen Ansätzen der Gestaltungstherapie sind die gemalten Bilder Ausgangspunkt eines therapeutischen Gesprächs.

In der Kreativtherapie kann der Patient mit handwerklichen und gestalterischen Arbeiten (z.B. Malen, Töpfern, Specksteinbearbeitung usw.) Aspekte von sich selbst erfahren und in Kommunikation zu anderen (Therapeuten, Gruppe) treten. Durch die Arbeit mit Farben, Formen und verschiedenen Werkmaterialien erfährt der Patient neue oder verlorengegangene Kompetenzen. Er kann Zugang zu Gefühlen und Wünschen sowie Mut zu neuen Schritten bekommen, Spannungen abbauen und der Angst vor Misserfolg entgegenwirken. Zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung werden bei der Arbeit Handlungen und ausgelöste Gefühle reflektiert und neue Herangehensweisen ausprobiert. Aufgrund seiner momentanen Befindlichkeit, seiner Bedürfnisse und Wünsche bestimmt der Patient, wie intensiv er sich in den therapeutischen Prozess einlassen will.

Im Vordergrund steht der Genesungsprozess zur Wiedererlangung und Erhaltung der bestmöglichen Selbständigkeit, Handlungsfähigkeit, Sozialkompetenz und Lebensqualität. Der Patient erreicht dies im Umgang mit Material, mit sich selber und mit anderen Menschen. Die Ergotherapie bietet eine Möglichkeit, das seelische Wohlbefinden mittels kreativer und handwerklicher Tätigkeiten und Techniken zu verbessern. Die vorhandenen Ressourcen des einzelnen Patienten werden gestärkt, gleichzeitig wird eine Steigerung der Eigeninitiative (wie z.B. bei einer schweren Depression) bewirkt. Zudem kann der Patient eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Fertigkeiten und Möglichkeiten finden und seine Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen steigern. Weiterer Schwerpunkt der Ergotherapie liegt in der Ausrichtung auf die Erstellung eines Produktes (im Webatelier z.B. ein Teppich) und im Kennenlernen eines ganzen Arbeitsprozesses, was ein umfassenderes Verständnis der dem Leben zugrundeliegenden Entwicklungsprozesse fördert.

Das Cogpack ist eine Erweiterung des Angebotes der Ergotherapie. Beim Cogpack handelt es sich um ein computergestütztes Trainingsprogramm zur Förderung und/oder Erhaltung kognitiver Funktionen (wie Konzentration, Merk- und Lernfähigkeit, Logisches und strategisches Denken usw.). Die Anwendbarkeit des Programms ist nicht auf bestimmte Altersgruppen beschränkt. Das kognitive Training ist indiziert bei alters-/ krankheitsbedingten kognitiven Beeinträchtigungen. Die Übungsserien werden Patientenfähigkeiten und Bedürfnissen angepasst.

Bewegungstherapie ist ein körperorientiertes Verfahren, welches den Körper über Bewegung auf einer emotionalen, körperlichen und geistigen Ebene anspricht. Die Bewegungstherapie sieht den Menschen als Einheit von Körper-Seele-Geist und setzt an seinen Ressourcen an. Über die Bewegung können Beziehungs- und Verhaltensmuster erleb- und veränderbar gemacht werden. Sie werden darin unterstützt, im Hier und Jetzt präsent zu sein. Der verbale Austausch über das Erlebte während der Bewegung dient dazu, den Prozess zu konkretisieren. Interaktionen in der Gruppe und soziale Aspekte sind weitere wichtige Bestandteile dieses Angebotes. Je nach Wunsch und Verordnung werden in der Bewegungstherapie einzeln Körperwahrnehmungs-, Atem- sowie Entspannungsübungen gelernt oder es wird mehr thematisch gearbeitet über Bewegung oder Tanz.

Tanztherapie ist wie die Bewegungstherapie ein körperorientiertes Verfahren, welches von den gesunden Anteilen eines jeden Menschen ausgeht. Die tänzerische Auseinandersetzung mit Lebensthemen führt zu tiefem Erleben des Selbst und fördert den Eigenausdruck. Die Erweiterung des Bewegungsrepertoires führt zu Erweiterung der Möglichkeiten des körperlichen und seelischen bzw. Gefühlsausdrucks und unterstützt somit das Wachstum der Persönlichkeit und aktiviert Selbstheilungskräfte. Die Tanztherapie unterstützt den Menschen darin, zu einem selbstbestimmten Rhythmus und eigenschöpferischer Bewegung (zurück-) zu finden und handlungsfähig zu werden, im Sinne einer eigenverantwortlichen, kreativen und realitätsangemessenen Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen sozialen Bezügen. Das Austauschen auf der verbalen Ebene konkretisiert den Prozess.

Die Feldenkrais-Methode bringt den Menschen in vertieften Kontakt zu sich selbst dank intensiverer Körperwahrnehmung. Durch langsame und feine Bewegungen wird ein entspannterer Zustand der Muskulatur bewirkt, was zu einer differenzierteren Wahrnehmung führt. Durch die Frage nach dem WIE (wie bewege ich mich, wie ist meine Körperorganisation), erhöhter Aufmerksamkeit in der Bewegung und das spielerische Ausprobieren von Bewegungsmöglichkeiten wird die Selbstwahrnehmung geschärft. Dies wirkt sich häufig auch positiv auf das Selbst-Bewusstsein aus und kann einen Einfluss auf die seelische Wahrnehmungsfähigkeit haben.

Die Atmung läuft ununterbrochen unwillkürlich ab und kann willentlich gesteuert werden. Auf diesem Weg lassen sich Verhaltensmuster bewusster erleben und Veränderungen können angestossen werden. Ziel der Atemarbeit ist es durch die Sensibilisierung und Wahrnehmung der Atmung sowie Steuerung und Regulation das Gleichgewicht zwischen den körperlichen, seelischen und geistigen Prozessen zu fördern. Die verbale Reflektion dient ergänzend der Bewusstwerdung des Erlebten, schafft Bezug zum „Hier“ und „Jetzt“ und fördert Veränderungsmöglichkeiten atemhemmender Widerstände und ungünstiger Atemgewohnheiten.

Nordic Walking ist eine Ausdauersportart, bei der Gehen durch den Einsatz von zwei Stöcken im Rhythmus der Schritte unterstützt wird. Diese Sportart fördert die Fitness und stärkt die Gesundheit. Durch die Verwendung der Stöcke werden die Gelenke geschont. Die Bewegung an der frischen Luft wirkt stimmungsaufhellend, durch den Einsatz der Arme und Schultermuskulatur wird die Ausdauer gesteigert.

Yoga hat nachweislich positive Effekte sowohl auf die physische als auch auf die psychische Gesundheit. Bei den Übungen werden Kraft, Flexibilität, Gleichgewicht und Muskelausdauer trainiert. Beispielsweise kommt es durch die Aktivierung der Muskeln, Sehnen, Bänder sowie der Blut- und Lymphgefässe zu einer verbesserten Durchblutung. Die Rückenmuskulatur wird gekräftigt, was wiederum zu einer besseren Körperhaltung führt. Yoga hat auf Menschen eine beruhigende und ausgleichende Wirkung und kann somit den Folgeerscheinungen von Stress entgegenwirken.

Der Hund wird oft als „bester Freund des Menschen“ bezeichnet. Diese Eigenschaft kann auch in der Psychotherapie genutzt werden. Die Spezialtherapie hat ihr Angebot mit einem Therapiehund und seiner Begleiterin erweitert und bietet neu auch eine störungsspezifische Hundetherapie an. Der Kontakt zum Hund wirkt angst- und stressmindernd, anregend und motivierend. Zudem beeinflusst er Beziehungsverhalten sowie Selbstbild positiv und fördert die Selbstwahrnehmung.