22. Oktober 2026, 13.20 Uhr
Radisson Blu Hotel, St. Gallen
Essstörungen – Erkrankungen zwischen Schuld und Scham, Körper und Kognition
Die psychotherapeutische Behandlung von Essstörungen stellt nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Im diesjährigen Aadorfer Fachforum Psychotherapie der Privatklinik Aadorf widmen wir uns ausgewählten Aspekten dieser therapeutischen Aufgabe. Die beiden Hauptvorträge adressieren einerseits Schuld und Scham, andererseits die Einstellungen zum Körper. Schuld und Scham werden zudem auch in zwei Workshops zu Orthorexie und Adipositas vertieft.
Pathogene Kognitionen, intensive Emotionen und verzerrte Wahrnehmungen, die den Körper betreffen, sind typisch für Menschen mit Essstörungen. Körperpsychotherapeutische Theorien liefern Ansätze, diese verschiedenen Ebenen zu aktivieren und zu modifizieren sowie nicht-verbale Ebenen als therapeutische Ressourcen zu nutzen.
Zu striktes Einhalten selbstgesetzter strenger Verhaltensregeln ist ein zentrales pathologisches Merkmal vieler Patientinnen und Patienten mit Anorexia nervosa. Bestimmte Nahrungsmittel dürfen auf keinen Fall gegessen werden, ein bestimmtes Bewegungsausmass darf nicht unter- und ein bestimmtes Körpergewicht nicht überschritten werden. Ist dies doch der Fall, kommt es nicht selten zu emotionalen Krisen. Schuldgefühle gegenüber sich selbst und anderen sind häufig, genau wie massive Scham in Bezug auf den als zu mächtig erlebten Körper.
Wir freuen uns, wenn Sie gemeinsam mit uns in diese vielschichtige Thematik eintauchen und neue Sichtweisen und Erkenntnisse gewinnen.