Allgemeines

Die Altersgruppe der Menschen über 50 Jahre ist am häufigsten von Depression und Burnout betroffen. Es ist eine Generation, die unter der Prämisse «Alles ist machbar» aufgewachsen ist, was auch einen grossen Teil des wirtschaftlichen Erfolgs dieser Altersgruppe ausmacht. Personen im Alter von über 50 Jahren sind in der Tendenz eher ungeduldig, haben hohe Erwartungen an sich selbst und tun sich schwer damit, eigene Grenzen zu akzeptieren. Sie stehen oft unter starkem Leistungsdruck, welcher Auswirkungen auf das private wie auch berufliche Umfeld hat. Damit unterscheiden sie sich von der eigenen Elterngeneration, die in schwierigen ökonomischen Verhältnissen lebte und weniger Entwicklungsmöglichkeiten vorfand. Ihre Wünsche gaben sie den eigenen Kindern weiter, die diese dann an ihrer Stelle erfüllen sollten. Oft blieb die Anerkennung seitens der Eltern jedoch aus und die Generation der heute über 50-Jährigen erfuhr stattdessen Neid. Dies führt oft zu einem noch stärkeren Einsatz bis zum Burnout. Oder es treten berufliche oder private Konflikte auf, welche zu einer Depression führen können.

In solchen Momenten wankt der Selbstwert. Es ist der Zeitpunkt, in welchem eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben stattfindet und zentrale Fragen gestellt werden. Es wird eine Rückschau auf das eigene Leben gehalten, die Endlichkeit des Lebens wird Thema. Vor diesem Hintergrund ist es unumgänglich, dass sich die Therapieansätze der Generation 50+ von denjenigen der Generation 80+ unterscheiden.