Behandlung

  • Anorexia nervosa
  • Bulimia nervosa
  • Binge-Eating-Störung

Der aktuelle Forschungsstand geht bei der Anorexia nervosa von einer primär psychischen Entstehung aus. Deshalb gilt die Psychotherapie als Behandlung der ersten Wahl. Körperliche (somatische) Gesichtspunkte müssen aber in der Behandlung immer mitberücksichtigt werden. Mittels der stationären Behandlung soll der Kreislauf von erniedrigtem Gewichtsideal, gestörtem Essverhalten, vermindertem Selbstwertgefühl und mangelnden Konfliktbewältigungsstrategien durchbrochen werden. Ziel ist es, das Körpergewicht und das Essverhalten zu normalisieren, verzerrte Einstellungen zum eigenen Körper und Gewicht zu hinterfragen, Auslöser, Hintergründe, aufrechterhaltende Faktoren und Funktion der Essstörung zu erarbeiten. Zudem werden neue, alternative Fertigkeiten und Bewältigungsstrategien im Umgang mit beeinträchtigenden Gefühlszuständen erlernt. Zu Beginn der Behandlung wird individuell eine schriftliche Vereinbarung getroffen, in welchem Zeitrahmen wie viel an Gewicht zugenommen werden muss. Ein wichtiges therapeutisches Instrument stellt das Esstagebuch der Betroffenen dar, welches im Rahmen der Behandlung besprochen wird. Die Einnahme regelmässiger Mahlzeiten, eine Schärfung der Sinne für Hunger und Sättigung, das Wiedererlernen von Genuss, das Erkennen und die Aufnahme von normalen Essensmengen, das Annehmen von Verdauungsvorgängen sind Meilensteine auf dem Weg hin zu einem normalen Essverhalten.

Wie auch bei der Anorexia nervosa erfolgt die stationäre Behandlung nach integrativem, methodenübergreifendem Ansatz mit verhaltenstherapeutischen, systemischen und tiefenpsychologischen Anteilen. Im Vordergrund der Behandlung stehen das Einhalten regelmässiger Mahlzeiten mit normalen Portionen sowie das Aufgeben eines nicht realistischen Zielgewichtes. Mit Hilfe von verhaltenspsychotherapeutischen Techniken wird den Patientinnen und Patienten das Erlernen von Bewältigungsstrategien in Anspannungssituationen ermöglicht, so dass die Phasen ohne Ess- und Brechanfälle verlängert werden können. Parallel erfolgt die Bearbeitung der auslösenden Konflikte und Problembereiche. Ergänzend wird bei Bedarf medikamentös mit antidepressiven Medikamenten behandelt. Bei der Bulimie vermindert die Gabe eines Serotoninwiederaufnahmehemmers das Auftreten von Heisshungerattacken und Erbrechen. Zudem ist dadurch auch langfristig eine höhere Stabilität hinsichtlich Essverhalten zu erreichen.

Die Behandlung der Binge-Eating-Störung zielt zum einen auf die Normalisierung des Essverhaltens sowie eine nachhaltige Gewichtsreduktion, zum anderen auf die psychotherapeutische Bearbeitung der psychischen Probleme ab. Im Behandlungskonzept der Privatklinik Aadorf spiegeln sich diese beiden Aspekte wieder. Die individuelle Verbindung verschiedener integrativer und methodenübergreifender Therapiebausteine mit verhaltenstherapeutischen, systemischen und tiefenpsychologischen Anteilen ermöglicht es den Betroffenen, zu einem normalen Essverhalten zurückzukehren und die Lebensqualität positiv zu beeinflussen. Die Bearbeitung der psychischen Probleme, die sich hinter der Essstörung verbergen, erfolgt im Rahmen von Einzelpsychotherapien, Gruppenpsychotherapien, Bezugspersonenpflege, psychoedukativen Gruppen, körperorientierten Verfahren sowie Ergo- und Gestaltungstherapie.